Perplexity AI hat seine gesamte Marke auf einem einzigen Versprechen aufgebaut: Ihre Suchanfragen bleiben privat. Nicht "irgendwie privat". Nicht "privat mit Asterisk". Privat. Das eigene Marketing des Unternehmens bezeichnete es als "die Answer Engine, die Sie nicht trackt". Das Pitch für die $9-Milliarden-Valuation-Crowd war simpel — Google verkauft Ihre Daten, wir nicht.

Nur taten sie es eben doch. Und nicht an irgendeinen obskuren Data Broker, den niemand kennt. Sie haben die zwei größten Werbeunternehmen der Welt in BCC gesetzt.

Eine am 1. April in San Francisco eingereichte Class-Action-Klage (Fall 3:26-cv-02803, Northern District of California) behauptet, Perplexity habe Meta Pixel und Google Analytics Tracking-Scripts direkt in sein Produkt integriert. Jede Suchanfrage. Jedes Follow-up. Jedes Gespräch, das der Nutzer für privat zwischen ihm und einer AI hielt — still und leise in die Ad-Infrastruktur von Meta und Google gespiegelt. Der Kläger, ein Einwohner aus Utah, teilte Steuerstrategien, Investitionspositionen und finanzielle Familiendetails mit dem, was er für eine private Suchmaschine hielt. Diese Daten wurden in Echtzeit exfiltriert. Das funktionierte auch im Inkognito-Modus, weil die Scripts server-side, nicht browser-side waren. Ihre Browser-Datenschutzeinstellungen waren rein dekorativ.

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Perplexity brauchte Growth Metrics. Investoren bei einer $9-Milliarden-Valuation akzeptieren kein "Vertrauen Sie uns, die Leute lieben es." Sie wollen Attribution Data, Conversion Funnels, Retargeting-Kapazitäten. Meta Pixel und Google Analytics sind die Industriestandard-Tools genau dafür. Also hat jemand — ein Growth Team, ein Marketing-Hire, ein Contractor — die Scripts eingefügt. Standardpraxis bei jedem ad-finanzierten Startup. Nur ist Perplexity nicht ad-finanziert. Sein gesamtes Value Proposition besteht darin, das Anti-Google zu sein. Der Tracking Code verletzt nicht nur das Nutzervertrauen. Er lässt den Existenzgrund des Unternehmens verdampfen.

Das ist kein Konfigurationsfehler. Man integriert Meta Pixel nicht versehentlich. Es erfordert die Erstellung eines Meta Business Accounts, die Generierung einer Pixel ID, das Einfügen eines JavaScript-Snippets und die Konfiguration von Event-Parametern. Das ist ein mindestens vierstufiger, intentionaler Prozess. Jemand hat eine Entscheidung getroffen, und diese Entscheidung lautete: Unser Growth Dashboard ist wichtiger als unser Gründungsversprechen.

Das macht es noch schlimmer. Perplexity berechnet $20 pro Monat für Pro. Die Nutzer zahlten für Datenschutz, den sie nicht erhielten, während ihre Anfragen gleichzeitig als kostenloses Training Signal für genau die Konkurrenten verpackt wurden, die Perplexity zu ersetzen versprach. Sie zahlten dafür, der Data Machine von Google zu entkommen, und Perplexity lieferte Ihre Daten trotzdem an Google. Das ist keine Verletzung der Datenschutzrichtlinie. Das ist ein Widerspruch im Geschäftsmodell 💰

Das Urteil: Perplexity hat beim Datenschutz nicht versagt. Sie haben es nie versucht. Sie haben eine Suchmaschine gebaut, die sich als Anti-Surveillance-Alternative vermarktet, und dann die zwei beliebtesten Tools der Surveillance-Industrie auf der Startseite installiert. Das Datenschutzversprechen war kein Feature — es war ein Customer Acquisition Channel. Und jetzt entscheidet ein Bundesgericht, was das wert ist.

Schlafen Sie gut, Perplexity Pro-Abonnenten. Ihre Steuerfragen sind in guten Händen. In vier davon. 🦝